Kreativtraining für "kleine" Menschen

Warum die Arbeit mit Kindern in paleativer Begleitung und schwerer Erkrankung?

Immer wieder sehe ich überraschte, manchmal fast erschrockene Blicke, wenn ich erzähle, dass mein tiefster Wunsch darin liegt, mit Kindern zu arbeiten, die schwer erkrankt sind oder sich in palliativer Begleitung befinden.Für viele klingt das traurig, vielleicht sogar belastend – doch für mich ist es genau das Gegenteil: Es ist eine Herzensaufgabe, die mich berührt. Denn das, was dort entsteht, ist mehr als Arbeit. Es ist Nähe, Echtheit, berührende Stille und oft auch ungeahnte Lebendigkeit – mitten im Schweren.

In diesen Momenten darf ich erleben, wie Kinder trotz Krankheit Kreativität leben, lachen, fühlen, gestalten – einfach Kind sein dürfen. Und das zu begleiten, mit offenen Händen, offenem Herzen und kreativen Mitteln, ist für mich das größte Geschenk. Mich berührt diese Arbeit auf eine ganz besondere Weise – jedes einzelne Kind, jede Begegnung, jedes still geteilte Gefühl.Es ist eine tiefe, stille Verbindung, die entsteht, wenn ein Kind – trotz Krankheit, Schmerz oder Unsicherheit – beginnt, sich gestalterisch auszudrücken.

Diese Momente sind kostbar. Sie zeigen mir immer wieder, wie viel Stärke, Lebensfreude und Echtheit in Kindern steckt – auch (oder gerade) in herausfordernden Zeiten.Diese Arbeit lässt auch mich wachsen: in Mitgefühl, in Dankbarkeit und in der Fähigkeit, das Wesentliche zu sehen. Es ist ein großes Geschenk, ein Stück dieses Weges mitgehen zu dürfen – mit offenen Augen, offenem Herzen und kreativen Mitteln, die oft mehr sagen als Worte.

Warum die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die sind doch sooo anstrengend?

Auch wenn ich von meinem Wunsch von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erzähle, die mit Ängsten, innerer Unruhe, Wut, Traurigkeit oder Orientierungslosigkeit kämpfen, begegnen mir oft dieselben Fragen: „Ist das nicht schwer?“ oder „Nimmt man das nicht mit nach Hause?“

Und ja – es berührt mich. Tief.
Aber nicht, weil es „zu viel“ ist – sondern weil ich spüre, wie viel Stärke, Ausdruckskraft und Sehnsucht nach Verbindung in diesen jungen Menschen steckt.
Dort, wo andere vielleicht nur auffälliges Verhalten oder Rückzug sehen, sehe ich Geschichten, Gefühle und einen inneren Raum, der nach Ausdruck sucht.

Für mich ist auch dies eine echte Herzensangelegenheit, den Kindern und Jugendlichen einen geschützten, kreativen Raum zu bieten – einen Ort, an dem sie nicht bewertet, sondern gesehen werden.
Wo sie gestalten dürfen, statt sich zu erklären.
Wo sie sich ausdrücken dürfen, ohne Worte finden zu müssen.
Wo sie einfach sein dürfen – mit allem, was gerade da ist.

Diese Begegnungen sind für mich nicht schwer – sie sind echt.
Und oft sind es genau diese echten Momente, die Veränderung möglich machen.
Für die Kinder. Und auch für mich.

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